ENERGIEMARKT

„Sparen, wo es geht”

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  • 23.09.2022
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Der Bund hat Maßnahmen zur Sicherung der Energieversorgung beschlossen. Was bedeutet das für Verbraucher und die kommende Heizperiode? Süwag-Experte Toni Walther erklärt’s.

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Zu den Tipps

Herr Walther, was steckt hinter den neuen Regelungen?

Letzten Endes geht es darum, die Energiemärkte am Laufen zu halten und die Versorgung zu sichern. Dafür wurden im Wesentlichen zwei Maßnahmen verabschiedet. Zum einen die Anpassung des Energiewirtschaftsgesetzes und zum anderen wurde das sogenannte Energiesicherungsgesetz reformiert. So kann der Bund schnell auf eine weitere Verknappung der Gaslieferungen und steigende Rohstoffpreise reagieren.

Was bedeutet das konkret?

Bedingt durch die reduzierten Gaslieferungen aus Russland sehen sich alle Gasimporteure vor der Herausforderung, für ausgefallene Lieferungen aus Russland Ersatzbeschaffungen an den Energiemärkten vorzunehmen. Die Beschaffungspreise an den Gasmärkten sind in den letzten Monaten stark angestiegen. Infolgedessen müssen diese Ersatzbeschaffungen zu deutlich höheren ­Kosten erfolgen, ohne dass die Gasimporteure die höheren Kosten 1:1 an ihre Kunden weitergeben können. Diese finanzielle Mehrbelastung können die Gasimporteure nicht dauerhaft selbst tragen. Nach dem Willen der Bundesregierung soll sie daher nun über eine einheitliche Umlage an alle Endverbraucher weitergegeben werden: über die sogenannte Gasbeschaffungsumlage.

Beim Thema Gasspeicher wurde im vergangenen Winter festgestellt, dass die Füllstände der deutschen Speicher deutlich niedriger waren als in den Jahren zuvor. Dies hätte zu einer Gasmangellage führen können. Um einer solchen Situation im kommenden Winter vorzubeugen, hat die Bundesregierung Vorgaben zu Gasspeicherfüllständen gemacht. Um diese zu erreichen, entstehen höhere ­Kosten. Sie sollen ebenfalls über eine neue Umlage weiterverrechnet werden: die Gasspeicherumlage.

Was heißt das alles für Verbraucher?

Im Falle des Falles könnte der Staat Maßnahmen zum Energiesparen verordnen. Fest steht, dass ab Oktober die Gasbeschaffungsumlage und die Gasspeicherumlage auf Unternehmen und Privathaushalte zukommen. Sie werden zunächst für eineinhalb Jahre gelten und zu Zusatzkosten pro verbrauchter Kilowattstunde Gas führen. Die Umlagen müssen an alle Verbraucher weitergegeben werden. Für Familienhaushalte bedeutet dies Extrakosten von mehreren Hundert Euro im Jahr (Stand: Ende August, zwischenzeitliche Änderungen möglich, Anm. d. Redaktion).

Wir geben zum 1. November ausschließlich die gesetzlich veranlassten Umlagen an die Kunden weiter. Durch den dynamischen Energiemarkt kann es auch zu Senkungen bestimmter Kostenbestandteile kommen, die wir dann natürlich an unsere Kunden weiterleiten. Die von uns beeinflussbaren Preise bleiben aktuell noch stabil. Dank unserer frühzeitigen Eindeckung spiegelt sich der drastische Anstieg der Erdgaspreise auf den Großhandelsmärkten noch nicht in den Preisen für unsere Kunden wider.

Die neuen Umlagen führen aber kurzfristig zu einer deutlichen Mehrbe­lastung ...

Das stimmt, aber so soll Schlimmeres verhindert werden: nämlich dass Gasimporteure in Schieflage geraten, was letzten Endes eine Kettenreaktion am Energiemarkt auslösen würde. Die Auswirkungen daraus könnten Lieferausfälle oder auch Lieferanteninsolvenzen sein. Dies gilt es um jeden Preis zu vermeiden. Wir als Süwag nehmen keine Unterstützung aus der Umlage in Anspruch, sondern reichen diese direkt weiter.

Was raten Sie Ihren Kunden nun für die anstehende Heizsaison?

Das Gebot der Stunde ist, so sparsam und effizient wie möglich Energie und speziell Gas zu verbrauchen. Dies gilt für jeden Einzelnen, egal ob Privatperson oder Industriebetrieb. Lassen Sie zum Beispiel Ihren Heizkessel warten oder nutzen Sie die zahlreichen Services der Süwag für mehr Effizienz. Wir sind für Sie da!

Toni Walther

Süwag-Experte

energie sparen: so gehts ganz einfach

Schon gewusst?

Gas wird auch zur Stromer­zeugung genutzt. In Deutschland sind es immerhin sechs bis neun Milliarden Kilowattstunden Erdgas pro Monat.

Luftig duschen

Duschen Sie gerne warm? Dann kaufen Sie sich einen Sparduschkopf: Statt 12 bis 15 Liter fließen dann nur fünf bis neun durch die Brause. Manche Modelle mischen Luft unter das Wasser – so kommt der Strahl ähnlich volu­minös daher wie bei einer herkömmlichen Brause.

Deckel drauf

Benutzen Sie beim Kochen den zum Topf passenden Deckel. So kann keine Hitze entweichen. Ihr Essen wird mit bis zu 65 Prozent weniger Energieeinsatz gar.

Clever heizen

Jede zweite Heizung in Deutschland wird mit Gas betrieben. Smarte ­Thermostate helfen beim Sparen. Denn sie regulieren die Temperatur deutlich effizienter. Übrigens: Schon ein Grad weniger Raumtemperatur spart circa sechs ­Prozent an Energie ein.

Ran an die Flusen

Ein wahrer Stromfresser ist der Trockner. Tipp: Reinigen Sie regelmäßig das Flusensieb. Ein volles Sieb reduziert die Trocknergeschwindigkeit – das kostet Energie.

Kälter waschen

Nur bei 40 oder 60 Grad wird die Kleidung in der Waschmaschine richtig sauber? Keineswegs! Bei normal verschmutzter Wäsche reichen 30 Grad völlig aus.

Schotten dicht

Über Türen und Fenster kann wertvolle Wärme verloren gehen. Alles dicht? Das testen Sie, indem Sie ein Blatt Papier zwischen den Rahmen und das geschlossene Fenster klemmen. Lässt sich das Papier nicht herausziehen, ist alles in Ordnung. Ansonsten heißt es: Dichtungen nachbessern.

Ganz schön helle!

Sagen Sie alten Leuchten endgültig adé. Moderne LEDs erhellen Ihr Zuhause deutlich energiesparender – der Tausch lohnt sich also.

Service für Eigenheimbesitzer

Wo verliert Ihr Haus Wärme? Wir finden es heraus: mit einer Gebäude-Thermografie. Denn nur wer die Schwachstellen kennt, kann gezielt sanieren. Mehr Infos unter suewag.de

Fotos: AtlasStudio/Shutterstock.com, Süwag

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