Ohne funktionierende Netze kein Strom und kein Gas! Als stellvertretende Leiterin unseres Serviceteams in Idstein sorgt Christina Hartenstein mit dafür, dass im Verteilnetz unserer Region alles läuft – oftmals als einzige Frau allein unter Männern.
Christina, wie bist du zu deinem Job bei der Syna gekommen?
Ich bin in der Landwirtschaft groß geworden und habe mich schon immer für Technik interessiert. Ein reiner Bürojob wäre nichts für mich gewesen. Deshalb habe ich nach der Schule eine Ausbildung zur Elektrotechnikerin bei der Süwag-Netztochter Syna absolviert. Damals war ich die einzige Frau in meiner Klasse.
Das war bestimmt ein komisches Gefühl, oder?
Am Anfang vielleicht. Aber es war überhaupt nicht schwer, in diese Männerdomäne reinzukommen. Bei meinen Mit-Auszubildenden und ganz besonders auch bei meinen Ausbildern habe ich mich sofort willkommen gefühlt. Sie haben mich von Anfang an ernst genommen und genauso gefördert wie den männlichen Nachwuchs.
Wie ging es nach der Ausbildung für dich weiter?
Ich habe als Monteurin im Netzbereich angefangen. Da ist man viel in der Region unterwegs, führt zum Beispiel Funktionsprüfungen durch oder repariert Straßenbeleuchtung – und ist oft allein unter Kerlen.

Vor-Ort-Check in Hünstetten-Limbach: Die digitale Ortsnetzstation wandelt Mittelspannung aus dem regionalen Netz in Niederspannung für die Haushalte um – und gewährt Christinas Serviceteam transparente Einblicke ins örtliche Stromnetz.
Hattest du jemals das Gefühl, als Frau belächelt zu werden?
Der ein oder andere hat manchmal schon Vorurteile: dass Frauen immer zurückhaltend sind oder nicht anpacken können zum Beispiel. Ich habe aber die Erfahrung gemacht: Sobald man sich einmal kennengelernt hat und beweisen konnte, dass man einen guten Job macht, läuft die Zusammenarbeit super – egal ob mit neuen Kollegen oder Dienstleistern.
Gab es trotzdem mal eine unangenehme Situation?
Ein einziges Mal hatte ich einen Auszubildenden, der offenbar ein Problem mit meinem Geschlecht hatte. Er wollte sich von einer Frau nichts sagen lassen. Mein Chef hat ihm dann erklärt, dass wir eine solche Einstellung nicht akzeptieren. Die Süwag legt Wert auf Zusammenarbeit auf Augenhöhe – unabhängig von irgendwelchen Rollenbildern. Bei uns zählt Verlässlichkeit und die fachliche Leistung. Wer die bringt, bekommt viele Entwicklungsmöglichkeiten.
Die hast du offensichtlich genutzt...
Ja. Ich habe meinen Meister gemacht, mich fachlich und menschlich weiterentwickelt. Seit September 2025 bin ich nun stellvertretende Leiterin in unserem Serviceteam in Idstein. Wir sind verantwortlich für das gesamte Verteilnetz der Region, für Strom und für Gas. Zu meinen Aufgaben gehört zum Beispiel die Tagesplanung für die Monteure: Ich koordiniere, wer wann und wo welche Aufgabe übernimmt, damit die Menschen vor Ort verlässlich mit Energie versorgt sind. Das ist viel Schreibtischarbeit. Zwischendurch packe ich aber auch körperlich noch mit an.

Alles im Griff: Als stellvertretende Leiterin des Serviceteams koordiniert Christina die Syna-Monteure in der Region rund um Idstein.
Was rätst du Mädchen und Frauen, die sich für einen Technikberuf interessieren?
Zeigt euch und zeigt, was in euch steckt. Wenn es menschlich und vom Thema her passt, dann kannst du es weit bringen. Das Wichtigste ist, dass du mit Leidenschaft dabei bist – und ein bisschen Selbstbewusstsein kann auch nicht schaden.
Glaubst du, dass wir künftig überhaupt noch über typische Männer- und Frauenberufe sprechen?
Aus meiner Sicht sollte das Geschlecht im Job schon heute kein Thema mehr sein und für mich persönlich ist es im Alltag in der Regel auch keins. Trotzdem sind Frauen gerade im technischen Bereich einfach oft noch Exoten. Doch das Interesse von Frauen an Technikberufen nimmt zu. Das merken wir auch bei der Syna.
Übrigens: Die Arbeitgeber-Vergleichsplattform Kununu und das Sheconomy-Wirtschaftsmagazin haben die Süwag kürzlich als Top Female Workplace ausgezeichnet. Mehr dazu lesen Sie auf unserem Instagram-Kanal.
