ENERGIENETZ

Fit für die Zukunft

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  • 15.09.2022
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Der Stromverbrauch in Deutschland steigt, immer mehr Haushalte erzeugen auch selbst Energie. Das stellt die Netze vor Herausforderungen: Mit smarter Technik bereitet die Süwag-Netztochter Syna sie auf eine Welt voller E-Autos, Wärmepumpen und Solaranlagen vor.

Woher kommt Ihr Strom? Früher war diese Frage einfach zu beantworten: Große Kraftwerke erzeugten Energie, die dann an die einzelnen Haushalte verteilt wurde. Heute sieht die Situation anders aus: Viele Haushalte produzieren mit Photovoltaikanlagen oder Blockheizkraftwerken selbst Strom, den sie anschließend wieder in das Netz einspeisen. Die Energie fließt also nicht nur in eine Richtung – vom Netz in die Haushalte –, sondern von dort auch wieder zurück. Dazu kommt, dass immer mehr Menschen E-Autos laden oder Wärmepumpen betreiben. Dadurch verbrauchen sie deutlich mehr Strom als noch vor einigen Jahren.

„Das Stromnetz wird heute anders verwendet als früher. Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, müssen wir wissen, wann und wo wie viel Energie verbraucht und eingespeist wird. Dabei hilft uns die Digitalisierung“, sagt Tobias Protz, Referent Standardisierung und Smartifizierung bei der Syna. Die Tochtergesellschaft der Süwag ist für den Netzbetrieb zuständig und sorgt dafür, dass es weder zu Überlastungen noch zu einem Stromdefizit kommt.

Viele Störungen können wir dank digitaler Ortsnetzstationen aus der Ferne beheben.“

Tobias Protz
Referent Standardisierung und Smartifizierung

Einen Überblick über die aktuelle Auslastung möchte die Syna unter anderem mithilfe von digitalen Ortsnetzstationen erhalten, kurz digiONS. Die Stationen, die als „Trafohäuschen“ oder graue Kästen an der Straße stehen, wandeln die Spannung von der Mittelspannung in die Niederspannung für die Haushalte um. „Die digiONS sehen von außen aus wie die üblichen, analogen Stationen“, erklärt Tobias Protz, der das Projekt gemeinsam mit seiner Kollegin Riccarda von der Marwitz vorantreibt. „Ihr Herz und Hirn befindet sich aber im sogenannten Fernwirkschrank im Inneren.“ Dieser bündelt zum Beispiel Daten aus den digitalen Messgeräten, die an jedem Kabelstrang erfassen, wie viel Strom raus- und reinfließt, und sendet diese weiter. So erhält die Syna detaillierte Lastprofile, die in Zukunft für die Netzplanung verwendet werden. Außerdem ist es möglich, die digiONS fernzuschalten: „Bei Störungen müssen wir dann nicht mehr wie bisher zur Station fahren, sondern schalten den Strom einfach mithilfe eines Programms um“, sagt Tobias Protz. „Das spart Zeit und erhöht die Versorgungssicherheit.“ Bis Ende 2026 will die Syna ein Drittel ihrer Ortsnetzstationen digitalisieren. Welche Stationen zuerst mit der digitalen Technik ausgestattet werden? „Die digiONS werden nach Möglichkeit gleichmäßig über das Netzgebiet verteilt und an Positionen platziert, wo sie den meisten Mehrwert erbringen“, erklärt Tobias Protz.

Neben digiONS stehen bei der Syna weitere Innovationen an. Wie die automatisierte Netzanschlussprüfung: Möchten Kunden wissen, ob sie den Strom ihrer Solaranlage einspeisen können, müssen sie künftig keine langen Anträge mehr ausfüllen. Sie erhalten die Infos nun online – bequemer, schneller und günstiger. Andere Projekte finden im Hintergrund statt: „Wir arbeiten gerade an diversen Systemen, die die gesammelten Daten der digiONS weiterverarbeiten. Dadurch sehen wir genau, an welchen Stellen wir die Netze ausbauen müssen“, sagt Riccarda von der Marwitz. Das sei deutlich effizienter als früher, als der Bedarf noch geschätzt und eher zu viele Kabel verlegt wurden. Die Digitalisierung führt bei der Syna also nicht nur zu einer besseren Übersicht über den Stromverbrauch – sie spart auch Zeit und trägt zu mehr Nachhaltigkeit bei.

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Fotos: Süwag, Illustration/Animation: SeitenPlan

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